Online-Prüfungen FS22

06.02.2022

+++ Stellungnahme zur Prüfungssituation +++

Liebe Studenten und Studentinnen des Propädeutikums der Psychologie,

Aufgrund der momentanen Situation wurde im Mail der Koordination des Bachelor- und Masterstudiengangs Psychologie vom 26.01.2022 entschieden, die schriftlichen Prüfungen des FS22 im Online-Format «Remote-Open-Book» durchzuführen. Die Stellungnahme des Fachvereins erfolgt aus dem Grund, dass sich einige Studenten und Studentinnen bei der Prüfungsdirektion gemeldet haben und auch wir angesprochen wurden, um dem Anliegen der Studenten und Studentinnen nachzugehen.

Die Entscheidung, dass die Propädeutikum-Prüfungen im Online-Format durchgeführt werden, ist erfolgt, da es unmöglich ist vorauszusehen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt und die Situation am Ende des Semesters dadurch beeinflusst wird. Damit einhergehend ist auch unklar, welche Massnahmen im Sommer gelten werden. Damit das Lernen jedoch rechtzeitig auf die Prüfungen entsprechend ausgelegt werden kann, wurde genügend früh der sicherste Weg für Studenten und Studentinnen ausgewählt, um eine möglichst komplikationsfreie Lern- und Prüfungsphase zu gewähren. So wird das nun gewählte Format, bei allfälligen Änderungen, welche durch die Pandemie verursacht werden könnten, dafür sorgen, dass rechtzeitig und ohne kurzfristige, gravierendere Änderungen die Prüfungen absolviert werden können.

In den Dokumenten, die uns vorliegen, welche nach unseren Informationen auch der Prüfungsdirektion übermittelt wurden, werden weiter Nachteile des Formats aufgegriffen. Gerne gehen wir auf einige dieser Nachteile im Folgenden ein. Spezifisch auf jene, die wirklichen Stellenwert besitzen.

  • Dass Studierende zwischen den Fragen nicht hin- und her wechseln können, ist sicherlich ein Nachteil gegenüber der Möglichkeit beim Prüfungsschreiben vor Ort noch einige Fragen resp. Antworten zu überprüfen. Nichtsdestotrotz ist dies eine Massnahme, die zum Wohle aller Studenten und Studentinnen in puncto Fairness eingeführt wurde. Konkret wird durch diese Massnahme sehr gut verhindert, dass Studenten und Studentinnen, die betrügerische Absichten haben, diese nicht umsetzen können, indem sie beispielweise untereinander kommunizieren. Es sollen nicht jene profitieren, die keine guten Absichten haben.
  • Ausserdem wird in den Schreiben angemerkt, dass die Zeit nicht ausreichend sei, um alles nachzuschauen. Sinn und Zweck von «Remote-Open-Book» ist es nicht, dass alles nachgeschaut werden kann. Vielmehr bietet sich die Option, hin und wieder bei Unsicherheiten in den jeweiligen Unterlagen nachzuschauen. Voraussetzung für das Bestehen der Prüfungen ist Wissen in den jeweiligen Bereichen, nicht die technische Raffinesse und Nachschlagekunst – wobei letztere natürlich auch einen Effekt zum Bestehen beisteuern.

Grundsätzlich entnehmen wir aus den uns zugeschickten Dokumenten eine erhöhte Unsicherheit und ängstliche Einstellung aufgrund der Änderung im Prüfungsformat. Wir möchten an dieser Stelle deshalb gänzlich unser Verständnis für dieses emotionale Befinden ausdrücken, mit der Anmerkung, dass die Prüfungen mehrere Monate entfernt im Juni stattfinden und bis dahin genügend Zeit gegeben ist, um sich sehr gut auf die Prüfungen vorzubereiten.

Wofür wir einstehen, sind Werte, die eine möglichst vernünftige, rücksichtsvolle und respektvolle Kommunikation zwischen Personen ermöglichen. Aus den Unterlagen sind vermehrt impulsive, rücksichtslose Kommentare zu entnehmen, die teilweise als persönliche Angriffe gegenüber Persönlichkeiten des Psychologischen Instituts gewertet werden können. Diese Art von Kommunikation werden wir jetzt und auch zukünftig nicht unterstützen. Auch die Art und Weise, dass per “Spamming-Aufruf” ein Anliegen an das Institut gebracht werden sollte, entspricht nicht jenen Werten, die längerfristig eine konstruktive Auseinandersetzung mit Themen ermöglichen und hat an Universitäten nichts verloren.

Als abschliessende Worte möchten wir hinzufügen, dass der Fachverein die Anliegen von Studenten und Studentinnen wahrnimmt, diese ausdiskutiert und Lösungsvorschläge zu gestalten versucht.

Wie oben angemerkt, haben wir enormes Verständnis für das Anliegen, nicht jedoch für die Art und Weise, wie dieses Anliegen kommuniziert wurde.

Damit das Anliegen dennoch an Gehör findet, werden wir einen Vortragsabend planen, in welchem thematisiert werden wird, wie Studenten und Studentinnen sich gut auf die Prüfungen im Online-Format vorbereiten können. Informationen bezüglich des Lernens per se, aber auch Erfahrungen von Studenten und Studentinnen, die Online-Prüfungen erfolgreich absolviert haben, werden dabei miteinfliessen. Genauere Informationen hierzu werdet ihr per Mailingliste erhalten.

Der Entscheid des Psychologischen Instituts, die Prüfungen im Online-Format durchzuführen, wird somit gänzlich vom Fachverein unterstützt. Die Sorgen der Studenten und Studentinnen werden ernstgenommen, wofür ein Vortragsabend mit Schwerpunkt Prüfungsvorbereitung in Planung ist.

Wir danken für euer Verständnis und hoffen, dass zukünftig ein konstruktives, gesundes, wohlgesonnenes Miteinander vermehrt gepflegt wird.

Euer FAPS